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Namibia: Erfolgskonzept „Communal Conservancies“
Schutz der Umwelt in der Verfassung verankert
Die fantastische Natur und die Vielzahl der Wildtiere, die in ihr leben, sind das große Kapital Namibias. Zum Erhalt dieser Naturschätze, zur Förderung der Kommunen und zur Eindämmung von Wilderei hat der namibische Staat im Jahr 1996 das Konzept der „Communal Conservancies“ ins Leben gerufen. Namibia war weltweit der erste Staat, der den Schutz der Umwelt in seine Verfassung verankert hat. Durch die Einführung der Communal Conservancies haben nun einzelne Gemeinden kraft Gesetz die Hoheit über ihren Lebensraum zugesprochen bekommen. Die Kommune ist somit für den Schutz der Natur und der Wildtiere in ihrer definierten Region selbst verantwortlich und erhält gleichzeitig auch das Recht, ihr Gebiet selbst zu verwalten und zu nutzen. Den Mitgliedern der Kommune ist es erlaubt nach klarer Vorgabe des Ministeriums für Umwelt und Tourismus kontrolliert und limitiert Wild zu schießen bzw. Trophäenjagd für Touristen anzubieten. Sie dürfen die Attraktionen des Landes touristisch nutzen sowie gemeinsam mit privaten Unternehmen Joint Ventures eingehen, wie beispielsweise das Land an private Lodges (Fotos) zu verpachten. Ein gewähltes kommunales Komitee verwaltet die Aktivitäten und beschließt wie die Einnahmen der Kommune zugute kommen. Die Gemeindemitglieder profitieren zum einen direkt durch die Schaffung von Arbeitsplätzen wie auch indirekt zum Beispiel durch den Bau von Schulen, das Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten oder die Unterstützung von Suppenküchen, die von den Einnahmen finanziert werden.
Heute existieren 59 Communal Conservancies in Namibia, weitere 29 sind in Planung. Rund 230.000 Menschen leben in diesen definierten Regionen, die zirka 17 Prozent von Namibias Landmasse ausmachen. Seit Einführung der Communal Conservancies sind die Einnahmen der Gemeinden kräftig gestiegen: von 600.000 Namibia Dollar im Jahr 1998 auf 41,9 Millionen Namibia Dollar im Jahr 2008.

Jede Communal Conservancy hat unterschiedliche Schwerpunkte der Landnutzung, wobei der Tourismus einen wachsenden Stellenwert einnimmt. Inzwischen gibt es einige Vorzeigekommunen, die es geschafft haben, durch nachhaltige touristische Entwicklung, die Natur und den Tierreichtum zu wahren, Arbeitsplätze zu schaffen und letztlich Einnahmen für die Kommune zu generieren. Die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor ist in den letzten Jahren verstärkt worden. Inzwischen existieren 29 offizielle Joint-Ventures zwischen Communal Conservancies und privaten Tourismusunternehmen, die Lodges und Campingplätze betreiben. Rund 789 Vollzeitstellen und 250 saisonale Stellen wurden dadurch geschaffen. Seit Beginn im Jahr 1998 hat der private Sektor zirka 145 Millionen Namibia Dollar in Communal Conservancies investiert.

≠Khoadi-//Hôas  Conservancy  

Die  ≠Khoadi-//Hôas Conservancy besteht seit 1998 und war eine der ersten Communal Conservancies in Namibia, die vor allem touristisch genutzt wird. Das Kommunalland umfasst ein Gebiet von 3.366 Quadratkilometern und liegt in der Kunene Region im Nordwesten Namibias. Rund 3.200 Menschen leben dort sowie zahlreiche Wildtiere wie Elefanten, Zebras, Löwen, Leoparden und Antilopen. Das auf fünf Jahre gewählte Management Commitee der Conservancy besteht aus 17 Personen.

Als eine der ersten Conservancies hat  ≠Khoadi-//Hôas die Spitzmaulnashörner wieder in diese Gegend eingeführt. Die Conservancy erwirtschaftet ihr Einkommen vor allem aus der kontrollierten Trophäenjagd, aus Tourismus sowie der Nutzung des Wilds für den eigenen Gebrauch. Zudem wurden neue Arbeitsplätze geschaffen: So wachen beispielsweise Schäfer über die Anzahl des Wildes und deren Lebensbedingungen. Als besonderer Meilenstein wurde im Jahr 2005 in der Region die Grootberg Lodge eröffnet – die erste Lodge, die zu 100 Prozent im Besitz einer Community ist. Die ersten Jahre wird die edle Unterkunft in Zusammenarbeit mit dem Privatunternehmen EcoLodgistix geführt, wobei zahlreiche Arbeitsplätze für Menschen aus der Region entstanden. Die Gemeinde ist am Umsatz beteiligt. In 2015 ist die komplette Übernahme der Lodge durch die Community geplant.


Torra Conservancy

In Nordwesten Namibias, in der Kunene Region, liegt die Torra Conservancy, die bereits im Juni 1998 als Conservancy registriert wurde. Mit 3.522 Quadratkilometern Fläche und 1.200 Einwohnern gehört sie zu den ältesten Conservancies Namibias. In dem Gebiet leben zahlreiche Tiere, unter anderem Elefanten, Spitzmaulnashörner, Leoparden, Giraffen, Zebras und Antilopen. Zwei Drittel der Einkommen werden heute durch den Tourismus erwirtschaftet, vor allem durch Trophäenjagd, touristische Unternehmen sowie die Nutzung des Wildfleischs für eigene Zwecke. Die Torra Conservancy ist eine der Vorbildregionen Namibias, in denen die Zusammenarbeit mit privaten Tourismusunternehmen zum Erfolg geführt hat. Bereits Mitte der 90er Jahre suchte die NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) „Integrated Rural Developement and Nature Conservation“ nach geeigneten Investoren für die Region. Es entstand das erste Joint Venture Modell mit dem Privatunternehmen Wilderness Safaris. Gemeinsam wurde die erste Unterkunft, das Damaraland Camp, entwickelt. Die Community erhielt Gelder für die Pacht des Landes sowie eine Umsatzbeteiligung an der Lodge. Zudem entstanden Arbeitsplätze für die Menschen aus der Gemeinde. Die luxuriöse Unterkunft mit einem spektakulären Blick auf den Huab Fluss ist bekannt für seine Safaris zu den Wüstenelefanten. Zirka 25 Menschen aus der Torra Conservancy arbeiten heute in dem Camp. Zwei lokale Frauen sind sogar in Managementpositionen aufgestiegen. Das Einkommen der Torra Conservancy ist zwischen 1996 und 2007 um das 32fache gestiegen. Wilderness Safaris betreibt mittlerweile auch mit anderen Conservancies erfolgreiche Partnerschaften, wie beispielsweise das Doro !Nawas Camp in der gleichnamigen Communal Conservancy im Nordwesten Namibias. Bis heute sind durch Wilderness Safaris 330 Arbeitsplätze in ganz Namibia geschaffen worden.



Mudumu North Complex

Der Mudumu North Complex (MNC) ist eine kleine Gruppe verschiedener Conservancies, Community Forests und staatlich geschützter Gebiete, die im Ostcaprivi liegen. Das Gebiet umfasst eine Größe von 3.400 Quadtratkilometern auf beiden Seiten des Kwando Flusses. Die wichtigste natürliche Ressource liefert der Kwando Fluss mit seiner prachtvollen Flora und unzähligen Wildtieren wie Elefanten, Büffeln, Nilpferden, Krokodilen, Löwen und Wildkatzen, die in dieser fruchtbaren Gegend leben. Der Wildreichtum hatte in den 70er und 80er Jahren durch Wilderei gravierend abgenommen. Giraffen, Spitzmaulnashörner und Elenantilopen waren nahezu ausgestorben. Im Jahr 1990 wurden die traditionellen Führer der Region von Mitgliedern der Nicht-Regierungs-Organisation „Integrated Rural Developement and Nature Conservation“ angehalten, die kleinen Gemeinden stärker in Entscheidungsprozesse zu involvieren und sie an Wildschutzprojekten zu beteiligen. Wilderei sollte somit eingedämmt werden, und die Menschen der Region durch touristische Projekte nachhaltig vom Tierreichtum profitieren. Nach vielen Jahren formten sich die ersten Conservancies in diesem Gebiet wie die Mayuni und Kwandu conservancy, die im Jahr 1999 offiziell registriert wurden. Die Menschen der Region erhielten damit offiziell das Recht, Wildtiere auf ihrem Gebiet touristisch zu nutzen. Das Waldgesetz von 2001 ermöglichte schließlich auch die Bildung von sogenannten Community Forests: Die Gemeinde erhielt Rechte an der kontrollierten und limitierten Nutzung ihrer Wälder. In 2005 wurden die verschiedenen Conservancies und Community Forests rund um den Kwando Fluss zum Mudumu North Complex zusammengeführt. Heute machen die Erlöse aus touristischen Projekten wie kontrollierter Trophäenjagd und Joint Ventures mit touristischen Unternehmen den Großteil der Einnahmen aus. Viele neue Arbeitsplätze konnten vor allem in Camps und Lodges geschaffen werden.


Sheya Uushona Conservancy

Die Sheya Uushona Conservancy liegt im Norden Namibias, in der Omusati Region oberhalb des Etoscha-Nationalparks. Sheya wurde im September 2005 von der Regierung als Conservancy registriert. Auf dem 5.066 Quadtratkilometer großen Gebiet leben rund 35.000 Menschen. Der Name der Conservancy stammt von König Sheya, der zwischen 1862 und 1878 in der Region regierte. Die wichtigsten Einnahmequellen sind Getreideanbau (vor allem Mahangu), Viehhaltung und Einnahmen aus kleinen Betrieben. Der touristische Sektor spielt noch eine untergeordnete Rolle, wobei der Tierreichtum in der Gegend touristisches Potential birgt. Elefanten, Löwen, Strauße und Antilopen sind in der Sheya Uushona Conservancy beheimatet. Das Ziel ist es, eine lebenswerte Umgebung für die Tiere zu schaffen, so dass diese wieder vermehrt in die Region zurückkehren. Dies wiederum soll den Tourismus ankurbeln. So könnten in Zukunft touristische Unternehmen entstehen und Trophäenjagd angeboten werden. Erste Erfolge wurden bereits verbucht: Durch effektive Natur- und Tierschutzmaßnahmen sind einige Wildtiere wie Elefanten, Oryxantilopen und sogar Spitzmaulnashörner in die Region zurückgekehrt. Die Nähe zum Etoscha-Nationalpark, dem wichtigsten Touristenmagneten des Landes, wird ebenso als Chance für die Region gesehen. So könnte beispielsweise ein weiteres Tor zum Etoscha- Nationalpark bei Narawandu eröffnet werden, was sicherlich den Zugang für Touristen zur Sheya Uushona Conservancy erleichtern würde.


Fotos: Namibia Tourism Board
 
 


Ägypten-Tourismus

2011 eingebrochen


2011 hatte Ägyptens Tourismus drastisch unter den Auswirkungen der politischen Unruhen zu leiden. Über 33 Prozent Rückgang auf 9,8 Millionen internationale Besucher mussten hingenommen werden. Der deutsche Anteil daran lag bei etwas über 950 000, was einen Rückgang von rund 27 Prozent bedeutet. Während die Auswirkungen in den Badeorten nicht ganz so gravierend ausfielen, wird die Region um Kairo, dem Schauplatz der großen Demonstrationen, von den Besuchern am liebsten noch gemieden.


KURZMELDUNGEN



4.2.2012


Neu: Schneeradfahren in Immenstadt im Oberallgäu
Wer weder Ski noch Snowboard fährt, keine Lust auf Skischule hat und dennoch die Pisten hinunterschwingen möchte, findet in den Snowbikes eine Alternative. Im Skigebiet Mittag im Allgäu werden Kurse für dieses Sportgerät angeboten. Wer den Workshop absolviert, kann sich die schnittigen Schlitten an der Talstation ausleihen. www.immenstadt.de

3.2.2012


ADAC Reiseführer / Die "blaue Reihe" mit 25 Titeln
Mit 25 Titeln ist der Relaunch der beliebten Reiseführer gestartet. Sie sind jetzt besser und leichter zu handhaben. Durch die praktische Spiralbindung bleibt die aufgeschlagene Seite immer offen. Durch Maxi-Klappkarten erhält der Leser mehr Übersicht. Preis: 8,99 Euro im Buchhandel und in den ADAC Geschäftsstellen sowie unter www.adac-shop.de.

2.2.2012
Mauritius und Emirates besiegeln Kooperation
Seit 15. Januar fördert die Fluglinie weltweit Mauritius als Traumdestination. Mauritius und Emirates werden diverse Joint-Aktivitäten entwickeln und durchführen, um die Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit in Bezug auf Mauritius in den über 100 Destinationen der Airline zu erhöhen.

1.2.2012
Neue Direktflüge von Deutschland nach Norwegen
Die Airlines Lufthansa und Norwegian erweitern 2012 ihre Routennetze zwischen Deutschland und Norwegen. Immer mittwochs und samstags, verbindet Lufthansa ab Juni 2012 Berlin mit Bergen. Zusätzlich wird ab 11. April die schon bestehende LH-Strecke Frankfurt-Trondheim jeden Mittwoch in beide Richtungen bedient. Bereits ab 28. März 2012 verbindet Norwegian Berlin jeden Sonntag und Mittwoch mit der mittelnorwegischen Küstenstadt. www.lufthansa.de; www.norwegian.com/de

31.1.2012
Liebermann-Ausstellung noch bis 19. Februar 2012 in Hamburg
Nur noch bis Sonntag, dem 19. Februar 2012, wird Max Liebermann. Wegbereiter der Moderne in der Hamburger Kunsthalle gezeigt. Bereits jetzt haben über 165.000 Menschen die Ausstellung gesehen. Die Anzahl der angebotenen Führungen an den Wochenenden wurden verdreifacht, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Hamburger Kunsthalle, Galerie der Gegenwart.

30.1.2012


Treffpunkt der « Green Community »
Die neue touristische Broschüre der Französischen Ardennen ist jetzt auf Deutsch als download verfügbar. Sie lädt den Leser ein, die „Green Community“ in den Französischen Ardennen zu treffen. Die Broschüre umfasst 36 Seiten und enthält auch ein Unterkunftsverzeichnis und umfangreiche praktische Informationen. Download der Broschüre unter www.ardennes.com.

29.1.2012
ADAC mit neuem Online-Portal für den Chartertörn
Weltweit über 4000 Yachten im Angebot. Die ADAC Sportschifffahrt möchte mit dem neuen Online-Portal gemeinsam mit dem Partner CharterCheck für mehr Markttransparenz sorgen und Wassersportlern die Törnplanung erleichtern. www.adac.de/yachtcharter-suche.

28.1.2012


Essen: Neues Reisemagazin 2012
200 Jahre Krupp, die neue Expressionisten-Ausstellung im Museum Folkwang sowie der komplette Ring im Aalto-Musiktheater: Diese und weitere Highlights nennt das neue Reisemagazin „ESSEN.WELCOME.“ und macht so Appetit auf Essen. Die 68 Seiten starke Broschüre, die ab sofort kostenlos erhältlich ist, nennt viele gute Gründe, der Kulturhauptstadt Europas 2010 auch im Jahr 2012 einen Besuch abzustatten. www.essen.de/tourismus.

27.1.2012
Ski-Weltcups in Slowenien
Februar und März 2012 stehen in Slowenien ganz im Zeichen des Ski-Sports. FTI bietet passende Hotelangebote für Fans von Alpin-Ski, Skispringen und Biathlon. www.fti.de

26.1.2012
Gästezahlen in der Schweiz sinken
Die Übernachtungszahlen deutscher Gäste in der Schweiz fielen im Vergleich der beiden Sommer 2010 und 2011 (Mai bis Oktober) von 3,15 auf 2,8 Millionen um rund 348 000 (-11,1 Prozent). Ebenso fielen die Ankünfte deutscher Gäste in der Schweiz von 1,32 Millionen auf 1,12 Millionen (-10,1 Prozent). Ausländische Touristen (ohne Schweiz) generierten in der Sommersaison 2010 11,55 Millionen, in der Saison 2011 11,07 Millionen Übernachtungen, was einem Minus von 4,1 Prozent entspricht. Für die Schweiz insgesamt fielen die Hotelübernachtungen im Zeitraum um 2,7 Prozent von 20,28 Millionen auf 19,73 Millionen. Verantworlich für die Entwicklung soll der sehr starke Schweizer Franken und das generelle Konjunkturumfeld sein.

25.1.2012


Für ganz Mutige: Höhenflug am Valentinstag
Das Hotel Tannehof in St. Johann im Pongau/Allgäu bietet u.a. zum Valentinstag für ganz Mutige einen Tandemflug über die Bergwelt an. www.hotel-tannenhof.at.

25.1.2012
Resttickets für Snowboard-WM in Oslo
Am 10. Februar 2012 beginnen die World Snowboard Championships in Oslo. Für die Wettkämpfe in den Disziplinen Halfpipe, Slopestyle und Quarterpipe sind auch kurzfristig noch Tickets ab 100 norwegischen Kronen (ca. 13 Euro) erhältlich. Die World Snowboard Championships sind die ersten Snowboard-Weltmeisterschaften seit 1999 und finden im eigens ausgebauten Oslo Vinterpark (Tryvann) sowie in der berühmten Wintersport-Arena am Holmenkollen statt. www.wsc2012.com.

24.1.2012


4. Internationales Schlittenhunderennen
Am 04. und 05. Februar 2012 liegt Angerberg wieder im Mittelpunkt der Schlittenhundewelt Europas und wer das Kräftemessen der Musher (Hundeschlittenführer) und ihrer Huskys erleben möchte, findet an diesem Wochenende in Angerberg die beste Gelegenheit dazu. Es präsentieren sich über 40 Teams, die sich 2 Tage lang mit ihren besten Hunden auf dem 15 km langen Rundkurs messen!

Reportagen

In unserer Reise-Reportagen-Rubrik finden Sie über 700 Reiseberichte aus 62 Ländern. Eine gute Möglichkeit, sich über ein Reiseziel, das man vielleicht noch nicht kennt, zu informieren.


Hier eine aktuelle Auswahl von Berichten über europäische Städte

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