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Enttäuscht von Vietnam
Kalt, stürmisch und brennendes Bergland - Protokoll einer abgebrochenen Reise
Es sollte eine Überraschungsreise für die Frau meines Freundes werden. Richtig Ausspannen und die Sonne genießen, dazu noch eine Tour durch das Bergland. Animiert durch die euphorischen Bescheibungen in den Reiseführern waren 6 Wochen dafür vorgesehen. Doch diese Tour endete vorzeitig und mit  großen Enttäuschungen.

Die Reise ging von Deutschland aus über Bangkok nach Hanoi, von dort gleich weiter nach Na Trang auf eine kleine Privatinsel "Nin Van Bay" in das dortige Six-Sense Hotel. Von dort kam die erste Mail:


"Xin Châo ( Hallo ),
melden uns aus dem unerwartet stürmisch und regnerischen Vietnam! Wir haben echtes Nordseefeeling. Auch hier spielt das Wetter verrückt, selbst die Einheimischen sagen, es ist für diese Jahreszeit völlig unnormal. Trotzdem haben wir das Glück und sind im Moment in einem sehr schönen Hotel, www.six-sense.com Vietnam Nin Van Bay (sogen. ECO Hotel, versuchen alles was geht aus Naturmaterialien zu bauen, kaufen ausschließlich bei hiesigen Fischern und Bauern und versuchen der Umwelt möglichst wenig zu schaden ohne auf Komfort zu verzichten.) Liegt traumhaft auf einer einsamen Insel mit türkisfarbenem Meer und mit Blick auf die Bergwelt Vietnams, absolut empfehlenswert !!!" 9 Tage blieben meine Freunde dort. Trotz des Wetters war die Welt da noch weitgehend in Ordnung.

Und weiter in der Beschreibung: "Die Menschen sind sehr höflich und sehr freundlich, nicht nur im Hotel. Es ist trotz der Nähe zu Thailand völlig anders. Eine Mischung aus China, deutlich zu merken im Norden Vietnams, militärisch, kühl und einer Verwandtschaft mit den Thais und Kambodschanern im Süden. Das Essen nicht zu vergessen, absolute Spitze !!!, leicht, vielseitig, gut gewürzt, aber nicht zu scharf."

Nach diesen ersten Abschnitt sollten 3 Wochen in Na Trang (ebenfalls gebucht ein Six-Sense Hotel), dem "Nizza Asiens" folgen. Der Ort wird als Tourismushochburg bezeichnet wegen der kilometerlangen Sandstrände. In der Bucht davor liegen Inseln und Korallenriffe, die zum Baden und Tauchen

einladen. Am Tran Phu Boulevard sind zahlreiche Restaurants, Strandbars und Hotels etabliert. Touristische Hauptattraktion sind die Thap Ba Cham Türme. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und beherbergt jetzt über 350 000 Einwohner. Moderne, seelenlose Hochhäuser aus Beton säumen die Westseite der Promenade. Das Klima wird als ganzjährig "mild" bezeichnet. Dazu unsere Reisenden: "Auf Grund des schlechten Wetters sind wir außerplanmäßig 300 km weiter in den Süden gefahren!" Dazu wurde die Route auf der Küstenstraße 1 gewählt. Bis nach Kê Gà dauert das gute 5 Stunden. Nennenswerts oder gar Begeisterndes konnte man offensichtlich dabei nicht entdecken.

Also wieder zurück nach Na Trang und zum Ausflug in die Bergwelt vorbereiten, eine Tour, die mit Führer geplant wurde und die mit vielen begeisternden Vorschusslorbeeren angekündigt war.

Dazu die Freunde: "Morgen geht es weiter in die Berge  nach Da' Lat und wir sind gespannt, ob wir dort mehr von dem Vietnam finden, das mir alle, die schon hier waren, als besonders schön beschrieben haben. Wir sind bisher nicht so begeistert von dem Land und haben unseren Urlaub schon etwas verkürzt ( zurück 17.02.)." Aus den vorgesehenen 3 Wochen in Na Trang wurden also nur noch 12 Tage, davon die 4 tage in den Bergen.

Und nach dieser Bergtour war die Stimmung komplett im Keller:

"Wahrlich unvergesslich wird diese Reise nach Vietnam sein! Nachdem wir bis jetzt kaum Erholung und Ruhe gefunden haben, geschweigedenn die klischeehaften Urlaubseindrücke sammeln durften, finden wir, daß Vietnam wirklich ein Fall für sich ist. Von Urlaubsromantik fehlt hier jede Spur! wir können die schwärmenden Urlauber nicht begreifen. wo waren die, wo wir nicht waren? Offensichtlich verändert sich hier alles rasant, wo gestern noch schöne Wälder standen, wachsen heute Kaffeeplantagen in jedem Tal. Die abertausend Feuer der Brandrohdung hinterlassen für kurze Zeit fruchtbaren Boden. daß man bald die Hand vor Augen nicht mehr sehen kann vor lauter Qualm, scheint kaum einen zu stören. Na gut, es wird gehüstelt, die Augen brennen und man trägt Mundschutzt (soll angeblich vor Abgasen schützen), das Wasser in den meisten Gebieten kann man nicht trinken auch nicht das klare Bergwasser, denn überall in der Landwirtschaft wird gespritzt was das Zeug hält! Immer noch sterben die Menschen an den Folgen von Agent-Orange, es kommt zu Fehlgeburten usw... .die liste von inneren und äußerlichen Verletzungen an Mensch und Natur könnte endlos so weitergehen. Denn in Vietnam gibt es zudem eine riesige Produktion des Pangasius-Fisches, der in kniehohen Wasserbecken mit so hohem Besatz gehältert wird, dass die Rücken der Fische aus dem Wasser ragen. Antibiotika-Einsatz in unvorstellbarer Menge ist offensichtlich vorprogrammiert. Wir haben uns mit einem Studenten unterhalten und der sagte uns, daß der Krieg noch nicht vorüber ist! Hinter der Maske eines angeblich systemtreuen Vietnamesen in olivgrüner Uniform laufen still die tränen!...   

Im internet fanden wir zahlreiche Organisationen die sich für die Probleme hier einsetzen unter anderen die deutsch-vietnamesische Entwicklungshilfe (gdc-vietnam.org.) Von den Funktionären geliebt von den Einheimischen gehasst, kaufen sich die Chinesen ins Land ein. Übrigens, ohne Schmiergeld läuft hier nichts. Korruption heißt ein beliebtes Spiel hier. Na gut, das ist nichts Neues. Wie alles nichts Neues ist und sich ständig wiederholt. Nur irgendwie rückt die Welt immer mehr zusammen und uns läßt es irgendwie nicht mehr kalt, leben wir doch auf einer Erde, wie wir immer wieder mit erstaunen festellen müssen. Tja, der Mensch ist nicht wirklich lernfähig."

Danach waren noch 10 Tage Resturlaub in Mui Ne eingeplant, ursprünglich ein Fischerdorf, auf einer hügeligen Halbinsel gelegen, heute ebenfalls ein reiner Touristenort mit chaotischen Verkehrsverhältnissen, die selbst im Reiseführer nicht unerwähnt bleiben. Was unsere Freunde offensichtlich überlesen haben, ist die Tatsache, dass es hier an 200-250 Tagen richtig bläst. Sie trafen 7 Beaufort und mehr an - ein Paradies für Surfer und Skiter, aber nicht geeignet für Strandurlaub. Neben lärmenden russischen Touristen störten am meisten die ungeklärt in Meer eingeleiteten Abwässer quer über den Strand.
Nach 2 Tagen genervtem Ausharren, dann doch der erlösende Abbruch.  

"Ein unvergesslicher Urlaub geht jetzt endlich zu Ende, ....zum Glück!   

Fazit: Für schlechtes Wetter kann das ausgewählte Urlaubsland natürlich nichts. Und für eine "falsche" Auswahl der Ferienregion auch nicht. Aber man sollte sich einigermaßen auf die Beschreibungen der Veranstalter und/oder Reiseführer verlassen können.

Hier ein paar Ausschnitte:
"...erreichen Sie Nha Trang, eine wunderschöne Küstenstadt mit weißen Sandstränden, faszinierenden Inseln und trockenem Wetter das ganze Jahr über. Für den Rest des Tages ist eine Fahrradrikscha-Tour (1 Stunde) entlang der Strandpromenade bis zu den Po Nagar Türmen geplant..."
 
"Das Wasser ist klar und die Unterwasserwelt ist zum Schnorcheln bestens geeignet. Vielfältige Aktivitäten wie Tauchen, Jetski, Windsurfen und Parasailing sind möglich...

"Entspannen Sie am Morgen am wunderschönen Strand von Nha Trang, bevor es am Nachmittag nach Dalat weitergeht (230 km). Dalat ist eine romantische Stadt mit vielen Villen in europäischem Stil und ausgedehnten Kiefernwälder auf dem Langbian Plateau in 1.500 Metern Höhe. Sie besuchen die im 13. Jahrhundert erbauten Po Klong Garai Towers in Phan Rang, dann fahren Sie weiter über den Ngoan Muc Pass mit einem herrlichen Blick über die Küstenebene..."

"Die Schönheit Asiens entdecken
Besuchen Sie das Land des aufgehenden Drachens und bewundern Sie die vielfältigen Landschaften. Traumhafte Buchten und Küstenregionen, sattgrüne Hochländer und lebhafte Metropolen machen diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Entdecken Sie die geschäftige Altstadt in Hanoi, die lebendige Ho-Chi-Minh-Stadt und erleben Sie die bizarren Kalksteinfelsen in der Halong-Bucht. Lassen Sie sich vom Charme Vietnams, einem der exotischsten und gastfreundlichsten Länder Südostasiens, verzaubern."
 
 

"All inclusive" ist nicht

gleich "Alles drin"
 
Bunte Bändchen am Handgelenk sind ihr Erkennungszeichen, Kostenkontrolle ist das Ziel. Urlauber lieben All inclusive. Eine Untersuchung von mehr als einer Million Urlaubsbuchungen des Reiseportals HolidayCheck.de ergibt, dass 53 Prozent aller Pauschalreisenden AI buchen, weitere 29 Prozent entscheiden sich für Halbpension. Mehr und mehr Reiseveranstalter erweitern die Bezeichnungen Halbpension, Vollpension und AI mit einem „plus“. Doch was steckt hinter diesen Bezeichnungen? Im Grunde sind mit dem "plus" bei den vermeintlichen Bezeichnungen AI, VP oder HP eine ganze Reihe an Einschränkungen verbunden. HolidayCheck erklärt die gängigsten Varianten.

KURZMELDUNGEN

18.5.2012


2 Neue Hotels in Edinburgh
Seit August 2011 steht in der schottischen Hauptstadt das 4-Sterne B&B Boutique Hotel Edinburgh (Foto) zur Verfügung. Mit 22 Zimmern liegt das Haus an der Rothesay Terrace nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt. www.bb-edinburgh.com. Eröffnet hat jetzt auch am York Place das Indigo-Hotel in Edinburgh. Das historische Haus aus dem 18. Jahrhundert wurde sorgsam renoviert und dabei konnten viele Stilelemente erhalten bleiben. Dennoch sind alle Zimmer mit modernster Technik ausgestattet. www.ichotelsgroup.com.

17.5.2012
Internationales Gambenfestival in den französischen Ardennen
Das 6. Internationale Gambenfestival findet vom 29. Juni bis zum 1. Juli in der kleinen Stadt Asfeld in den französischen Ardennen statt. Deutschland steht dieses Jahr thematisch im Vordergrund. Am Samstag, den 30. Juni gibt das Ensemble La Fenice ein großes Konzert „Italienische Maniere“. Die Gambe in Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert wird im Konzert „La Nymphe di Rheno“ am Sonntag, den 1. Juli gefeiert. www.violedegambe.org

10.5.2012


Neue Reisemarke für Erlebnisreisen
Avastama, die neue Marke des Direktreiseveranstalters Berge & Meer, kommt aus dem Estnischen, bedeutet „Entdecken“ - also Reiseerlebnisse hautnah am Alltagsgeschehen mit tiefen Einblicken in fremde Kulturen und einzigartigen Naturerlebnissen. Die Zielgruppe für Avastama-Kunden sollen "handfest" sein, fahren schon einmal mit dem Motorroller, sind gut zu Fuß, empfinden das Flair schlichter Lodges als Luxus und teilen allesamt das gleiche süße Leid: Fernweh und Sehnsucht nach authentischen Erlebnissen. www.avastama.de.

9.5.2012


The Grand Scottish Prom
Glamis Castle richtet nach dem großen Erfolg 2011 auch in diesem Jahr wieder “The Grand Scottish Prom“ mit dem Royal Scottish National Orchestra aus. Termin dieser spektakulären Konzertveranstaltung vor ehrwürdiger Kulisse wird Samstag, der 11. August sein. www.glamis-castle.co.uk. Foto: © Angus Pictures

8.5.2012


Zur Audienz nach Dharamsala
Eine neue Reise des Asien-Spezialisten a&e erlebnis:reisenbietet intensive Einblicke in die tibetische Kultur im Norden Indiens. Die kleine Stadt Dharamsala liegt am Fuße des Himalajas im Norden Indiens. Sie gilt als Zentrum Tibets im Exil. Die Rundreise des Hamburger Veranstalters a&e erlebnis:reisen führt in die alte Bergstation im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh. Als besonderes Highlight des mehrtägigen Aufenthaltes in Dharamsala ist eine Audienz im Tempel des Karmapa geplant. www.ae-erlebnisreisen.de.

Reportagen

In unserer Reise-Reportagen-Rubrik finden Sie über 700 Reiseberichte aus 65 Ländern. Eine gute Möglichkeit, sich über ein Reiseziel, das man vielleicht noch nicht kennt, zu informieren.

Neu in unserem Online-Reisemagazin - Kompakt-Reportagen über aktuelle Themen auf 1 bis maximal 2 Seiten.


Hier eine aktuelle Auswahl unserer Kompakt-Reportagen-Serie:

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